Warum wir unsere Mandate nicht niederlegen
Derzeit wird gefordert, wir sollten gemeinsam mit ZB und FPÖ unsere Mandate niederlegen und damit Neuwahlen auslösen. Wir verstehen den Wunsch, jede Möglichkeit zur Verhinderung des Projekts auszuschöpfen. Wir wollen aber keine falschen Hoffnungen wecken.
Mandatsniederlegungen sind kein sicherer Weg, das Projekt zu stoppen. Sie lösen den Gemeinderat nicht automatisch sofort auf. Bis zu einer förmlichen Auflösung können unter den gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin Beschlüsse zustande kommen. Auch Neuwahlen garantieren weder neue Mehrheiten noch ein Ende des Projekts. Eine andere Mehrheit allein würde bestehende rechtliche Rahmenbedingungen nicht beseitigen.
Hinzu kommt ein Risiko, das wir offen benennen müssen: Die Eigentümerin bekämpft die bestehenden Regelungen vor dem Verfassungsgerichtshof. Je nach Ausgang des Verfahrens könnte die Aufschließungsbeschränkung wegfallen. Ohne rechtzeitig wirksame Regelungen könnte die Gemeinde dadurch wichtige Möglichkeiten verlieren, die Bebauung zu begrenzen und zusätzliche Verpflichtungen vertraglich abzusichern.
Die derzeit verhandelten Regelungen enthalten unter anderem Grenzen für die Bebauung, die Durchwegung des Areals und Beiträge zur kommunalen Infrastruktur. Wer ausschließlich auf das Gerichtsverfahren setzt und auf vertragliche Absicherungen verzichtet, riskiert aus unserer Sicht, dass Breitenfurt am Ende mit weniger Einfluss und möglicherweise einer größeren Bebauung dasteht.
Wir wissen nicht, wie der Verfassungsgerichtshof entscheiden wird. Gerade deshalb müssen wir dieses Risiko berücksichtigen. Es ist ein zusätzlicher Grund, im Gemeinderat zu bleiben und die verbleibenden Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen. Daraus folgt für uns keine Zustimmung zur vorliegenden Freigabe.
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